TabalugaRasa’s Blog

Archiv für die Kategorie ‘Filme’

Departed – Unter guten Schauspielern

Geschrieben von tabalugarasa - Juli 24, 2010

So. Nachdem ich mich jetzt so über meinen letzten Kinobesuch ausgekotztgelassen hab, hab ich das Bedürfnis, auch mal wieder einen richtig guten Flim zu erwähnen.

“Departed – Unter Feinden” hat es endlich geschafft, Titanic einigermaßen aus meinem Kopf zu verbannen, wenn ich den Namen Di Caprio höre. Zusammen mit Matt Damon und Jack Nicholson steht er nämlich vor der Kamera und macht seine Sache außergewöhnlich gut. Die Story ist ziemlich kompliziert, deswegen nur so viel: Es geht um einen Mafiaboss, die CIA und Maulwürfe auf beiden Seiten, die verdeckt operieren. Ganz vertrackt wird die Geschichte, als schließlich noch das FBI mit von der Partie ist. Man muss als Zuschauer wirklich sehr gut aufpassen um alles zu verstehen, und selbst dann wird man noch von unerwarteten Wendungen überrascht. Doch genau wegen dieser Unvorhersehbarkeit ist der Streifel so fesselnd. In den nervenaufreibensten Szenen, wie zB als Damon & Di Caprio am Telefon sind und geschlagene 10 Sekunden niemand etwas sagt, hält man schlichtweg den Atem an.

Das ganze wird unterlegt mit genialen Gitarrensolos und Musik der irischen Rockband Dropkick Murphys , sowie den Rolling Stones u.v.m.  Die Geschichte, die Musik, die fantastischen Schauspieler, alles harmoniert perfekt zusammen, so dass man sich fast wundert, dass Brad Pitt an der Produktion des Filmes beteiligt war ;-)

Veröffentlicht in Filme, Musik | Getaggt mit: , , , , , | Kommentar schreiben »

Ecplipse – SSDD und unfreiwillige Komödie

Geschrieben von tabalugarasa - Juli 24, 2010

Juhu! Der neue Teil der Twilight-Saga ist endlich in die Kinos gekommen. Und nachdem die ersten beide Teile uns ja schon mit Schmalz und Kuschelrock-Romantik überhäuft haben, dass es eigentlich die nächsten 10 Jahre reichen dürfte, setzt “Eclipse – Bis(s) zum Abendrot” noch eins drauf.

Ich weiß nicht, ob es daran lag, dass der letzte Film schon ein Jahr her ist und ich deswegen die visuelle Aufmachung weitestgehend verdrängt hatte. Auf jeden Fall zeigt dieser Teil wohl die meisten Nahaufnahmen von Gesichtern, die jemals ein Kinobesucher sehen durfte. Immer und immer wieder die Gesichter von Edward, Bella und Co. Leider auch meistens derselbe Gesichtsausdruck; Edward wie immer leidend und halboffenen Augen und Bella ebenso besorgt und eingeschlafen.

Komischerweise hatte ich auch sämtliche Schauspieler hübscher und in ihrer Schauspielerei glaubwürdiger in Erinnerung. Leider wurde ich auch hier enttäuscht. Lediglich Jakob könnte mit seinem Körper punkten, was jedoch seine extrem schnulzigen Ansprachen über seine Gefühle Bella gegenüber wieder wettmachen.

Auch die Kampfszenen sind nicht so aufregend, wie man erwartet hätte. Das liegt vermutlich daran, dass die neue Schauspielerin der bösen Victoria eher wie ein verschrecktes Reh aussieht. Außerdem stelle ich mir seit gestern Abend die Frage, wie Stephenie Meyer noch gleich die Vernichtung der neugeborenen Vampire beschreibt. Zumindest kann ich mich nicht an ein unspektakuläres Zerschellen am Boden erinnern.

Doch trotz all diesen Makel, die der Film zweifellos besitzt, bereue ich doch nicht, meine 6 Euro für den Kinobesuch ausgegeben zu haben. Denn trotzdem, oder vielleicht gerade deswegen, war Ecplise unglaublich unterhaltsam. Alles eine Frage der Perspektive ;-) So können Szenen, die dramatisch wirken sollen auf einmal sehr amüsant werden, wenn  (nach meinem Gehör zumindest) Rosalie ihren Freund Emmet auf einmal “Ewan” nennt. Oder wenn solch schmachtende Blicke verschickt und nicht erwidert werden, dass man sich kaum halten kann vor Lachen.(“Spürst du das? Das ist Wärme, Bella. Und Leben!”) :-D   Das heißt jetzt aber nicht, dass ich keinen Sinn für Romantik oder so hätte. Aber es gab wirklich schon schönere Liebesfilme, die zwar ebenso auf das gleiche hinauslaufen wie bei Twilight, aber nicht so plakativ und schnulzig sind. Naja, immerhin eine Szene gefiehl sogar mir gut. Und zwar als die Cullens auf der Lichtung üben zu kämpfen, und Jasper und Alice gegeneinander antreten. Das war wirklich süß. :-) Leider war das aber auch schon fast alles.

Veröffentlicht in Filme | Getaggt mit: , , , | Kommentar schreiben »

Die Coolness muss im Subtext mitschwingen!

Geschrieben von tabalugarasa - März 9, 2010

Veröffentlicht in Filme, schreibfaul | Getaggt mit: , | Kommentar schreiben »

Klemmbrett raus, Stift in die Hand, zurücklehnen. Vorhang auf – Film ab!

Geschrieben von tabalugarasa - Februar 9, 2010

Meine Woche in der Schülerjury des

Filmfestival Max Ophüls Preis

15 mal den VIP-Pass am Eingang vorzeigen und sich an der Menge vorbeidrängeln, 15 mal auf den besten Plätzen sitzen, 15 mal den gleichen Vorspann anschauen, 15 mal Vorfreude und steigende Spannung, wenn der Vorhang aufgeht. In vier Tagen 15 Kurz- und 15 Langfilme ansehen, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Traurige, lustige, spannende, verwirrende und abschreckende Filme. Tagsüber neben dem Anschauen die Langfilme diskutieren und auswerten. Danach den Abend ausklingen lassen, interessante und unterhaltsame Gespräche mit Filmschaffenden führen und neue Leute kennen lernen. Letzten Endes und schweren Herzens einen der Filme aussuchen, auf die Bühne gehen und den Sieger verkünden.

Max Ophüls wurde 1902 unter dem Namen Max Oppenheimer in  Saa r brücken geboren. Nachdem er sich zunächst als Schauspieler versuchte, entwickelte er sich später zu einem genialen Theater- und Filmregisseur. Während des zwe iten Weltkriegs wanderte Ophüls, da er Jude war, zuerst nach Frankreich, später in die USA aus, wo er seine Karriere weiter verfolgte. Das Filmfestival Max Ophüls Preis in Saarbrücken würdigt den 1957 verstorbenen Regisseur jedes Jahr mit dem größten Nachwuchs-Filmfestivals Deutschlands. Ziel ist die Förderung deutschsprachiger Nachwuchsregisseure und -darsteller in den Bereichen Kurz-, Lang- und Dokumentarfilmen. Doch dies soll nicht nur durch die Preisgelder von bis zu 18.000 Euro geschehen, sondern vor allem durch die Schaffung eines Forums, in dem die jungen Leute wichtige Kontakte knüpfen können.

Auch ich hatte dieses Mal vom 18.01.-23.01.10 die Möglichkeit „Festivalluft zu schnuppern“ und Leute der Filmbranche kennen zu lernen. Denn ich war Mitglied der deutsch-französischen Schülerjury, die einen der Langfilme mit einem Preis geld von 2.500 Euro prämieren darf, welches von der Bundeszentrale für politische Bildung und der Landeszentrale für politische Bildung Saarland gesponsert wird.Ich und die fünf anderen Jugendlichen aus Saarbrücken wurden durch schriftliche Bewerbungen und Vorstellungsgespräche ausgesucht, um dann die se ehrenvolle Aufgabe bewältigen zu dürfen.Die Woche begann für uns Montag Abend mit der feierlichen Eröffnung des Festivals im CineStar Saarbrücken. Nach kurzen Reden verschiedener saarlä ndischer Politiker und denSponsoren des Festivals, sahen wir uns den Film „Giulias Verschwinden“ an, der nicht am Wettbewerb teilnahm und am 4. Februar in den deutschen Kinos anlief. Darauf folgten Gespräche mit dem Regisseur und einigen Schauspielern auf der Bühne und ein ausklingender Sektempfang in der Eingangshalle.

Die Schülerjury

Unsere Arbeit als Schülerjury fing erst am nächsten Morgen an. Dieser be gann für mich schon sehr unterhaltsam, da ich mich beim Kaffeetrinken mit einer netten Frau unterhielt, die sich später als eine der Hauptdarstel lerinnen des Films „Suicide Club“ herausstellte. Es dauerte nicht lange, bis ich mich an solche Begegnungen in dieser Woche gewöhnt hatte.

Dann wurde es ernst: vier Langfilme mit je einem Kurzfilm davor standen für heute auf unserem Programm und nach jedem Film folgte ein kurzes Gespräch des Moderators mit den Filmemachern. Zwischen den Vorstellungen gab es kleine Pausen, in denen wir im VIP-Bereich aßen, die Filme besprachen und eine kurze Tagesempfehlung für die Website schrieben. Während diesen Zeiten lernten wir auch die anderen Jurys kennen, in denen zum Teil Regisseure von Filmen wie „Krabat“, „Männerherzen“ oder „Muxmäuschenstill“ mitwirkten. Auch Dienstag und Mittwoch schauten wir uns je vier, am Freitag drei Filme an, die es zu bewerten galt. Schon bald waren uns die Abläufe im Kinosaal vertraut und unsere Handlungen routiniert, wie etwa, dass wir uns während der Filme Notizen auf dem Klemmbrett machten, die man wegen der Dunkelheit im Nachhinein kaum entziffern konnte. Doch die Filme waren so unterschiedliche, dass keine Langeweile aufkam.

Abends, wenn die letzte Vorstellung gegen halb eins aus war, fuhren wir auf Empfänge oder gingen in „Lola’s Bistro“, in welches die Garage umf unktioniert worde n war. Dort redeten wir mit Regisseuren und Schauspielern der Filme, die wir uns ansahen und mit den Mitgliedern der anderen Jurys. Diese Gespräche mit den Filmschaffenden machten uns die Entscheidung nicht gerade leichter, die wir am Samstag zu fällen hatten, da die meisten Leute uns sehr sympathisch waren und sie ihre Ansichten, Meinungen und Intentionen gut vertraten. Die Schauspieler beleuchteten die Filme dann noch einmal von einer ganz anderen Seite und erzählten von ihren Erfahrungen während des Drehs.

Freitag Abend begannen wir dann mit dem Überlegen, Abstimmen und Diskutieren der Filme.

Schließlich hatten wir nur noch drei übrig, doch da jeder Film je zwei Stimmen erhielt, ging die Arbeit wieder von vorne los. Die drei letzten Filme, die wir noch nicht aus unserer Liste gestrichen hatten, waren „Picco“, „Bis aufs Blut – Brüder auf Bewährung“ und „Die Entbehrlichen“. Alle drei stachen aus der Menge hervor und jeder waren auf seine Weise einen Preis wert. Bevor wir an dieser Entscheidung verzweifelten, fuhren wir in die Garage, um uns die letzten Mitternachtstalks des SR anzuhören und allerletzte Gespräche mit den Regisseuren unserer Favoriten zu führen.

Am Samstag Morgen fanden wir uns dann mehr oder weniger müde i n der Volkshochschule Saarbrücken ein, um die Begründung für unseren Siegerfilm zu schreiben, den wir noch nicht ausgewählt hatten.

mit Regisseur Oliver Kienle von "Bis aufs Blut"

Es war nicht leicht, doch schließlich konnten wir uns schließlich einigen und beschlossen, „Bis aufs Blut – Brüder auf Bewährung“ den Preis zu verleihen. Die Begründung war schnell geschrieben, denn ein origineller Filminhalt, eine technisch wunderbare Umsetzung und tolle Schauspieler überzeugten uns. Dann fuhren wir alle nach Hause, um uns für die Preisverleihung, die abends in der Congresshalle stattfinden sollte, schick zu machen.

Während der Verkündigung der Gewinner der anderen Preise, wurden wir immer froher mit unserer Auswahl, denn auch „Picco“ und „Die Entbeh rlichen“, die wir beinahe genommen hätten, erhielten ihre wohlverdienten Preise. Als wir dann unseren großen Auftritt hinter uns hatten, der aus der Verleihung des Preises und der Verlesung der Begründung bestand, und die Nervosität verschwunden war, konnte die Filmparty im Anschluss nur noch großartig werden. Wir nutzen unseren letzte Abend, um noch einmal mit allen Filmemachern zu reden, Fotos zu machen und uns bei der Fesitvalleitung zu bedanken, dass wir an diesem großartigen Festival teilnehmen durften. Auch wir wurden sehr für unseren „seriösen und souveränen A uftritt“ und unsere „professionelle Jurytätigkeit gelobt“.

Besonders schön an diesem Abend war unter anderem das Gespräch mit Jacob Matschenz, der Hauptdarsteller unseres Siegerfilms, der sich überschwänglich bei uns bedankte und dann noch eine halbe Stunde lang mit uns über das Festival und seine Filme redete. Spät am Abend, als wir sechs von der Schülerjury uns voneinander verabschiedeten, wurde ich ein bisschen traurig daüber, dass diese wunderbare Woche schon vorbei wa r.

Doch die Müdigkeit und das Glücksgefühl überwogen und ich freute mich schon jetzt auf meinen nächsten Kinobesuch.


Lisa Stroetmann


Hier noch ein paar Bilder:

Lolas Bistro

mit Fabian Hinrichs von "Schwerkraft"

mit Fabian Hinrichs von "Schwerkraft"

Mit Andreas Arnstedt, dem Regisseur von "Die Entbehrlichen"

Musik vom Regisseur und Schauspieler Lenn Kudrjawizki (rechts)

Veröffentlicht in ernsthafte Artikel, Filme | Getaggt mit: , | Kommentar schreiben »

Today is my day

Geschrieben von tabalugarasa - Januar 24, 2010

Habe mich gestern Hals über Kopf in die Musik von Lenn Kudrjawizki verliebt. Leider gibts bei youtube (noch) kein Video mit Musik von ihm, sonst würd ich’s hier direkt einfügen. Tut mir Leid. Aber HIER gibts ne kleine Playlist mit Liedern von ihm, natürlich auch mit “Today is my day”.

Kennen gelernt hab ich die Musik gestern bei der Preisverleihung vom “Filmfestival Max Ophüls Preis”. Aber dazu ein anderes Mal mehr. Ich muss sowieso noch einen Artikel dazu für unsere Schülerzeitung schreiben, und den wird man dann wohl auch hier wiederfinden können.

Aber vorab kann ich schon mal sagen, dass die vergangene Woche wirklich großartig und absolut klasse war. Die ganzen Filme zu schauen, dann mit Regisseuren und Schauspielern darüber zu reden,  eine endlose Diskussion mit den anderen Jurymitgliedern zu führen und schließlich auf die Bühne zu gehen und den Sieger zu verkünden.

Leider ist das Bild nicht vollständig (rechts fehlt noch Valentin), aber das ist das erste Foto von der Preisverleihung mit der Schülerjury, das ich finden konnte. Weitere werden folgen. Bestimmt. :-)

Veröffentlicht in Filme | Getaggt mit: , , , | 2 Kommentare »

Harold, Maude und Cat Stevens

Geschrieben von tabalugarasa - Dezember 27, 2009

“Mein Körper ist auf der Erde, doch mein Geist ist bei den Sternen. Wer hat das nochmal gesagt?”

“Keine Ahnung.”

“Ich glaube, das war ich.”

Harold ist ein junger Mann aus einer reichen Familie, der gerne Selbstmorde vortäuscht um seine Mutter zu schocken und einen Leichenwagen fährt.

Maude ist fast 80, wohnt in einem alten Eisenbahnwagon und steht gerne Nacktmodell für einen Bildhauer.

Ihre Gemeinsamkeit: Beide besuchen gerne Beerdigungen. Und auf einer solchen lernen sie sich kennen. Von da an retten sie gemeinsam Bäume, philosophieren über das Leben und den Tod, tricksen die Polizei aus, bewahren Harold davor, der US Army beitreten zu müssen und gehen zusammen auf den Jahrmarkt. Kurz gesagt: Maude zeigt dem Jungen, warum das Leben lebenswert ist. Doch immer wieder spricht sie davon, dass 80 ein gutes Alter ist um zu sterben. Und an ihrem Geburtstag, an dem Harold ihr einen Heiratsantrag machen wollte, macht sie schließlich ihrem Leben ein Ende.

Diese verrückte und witzige Geschichte der Liebe zweier Menschen, die gut Großmutter und Enkel sein könnten, unterlegt Cat Stevens mit wunderschöner Musik.                                               Alles in allem sind “Harold und Maude” 91 Minuten Film vom Feinsten, die man als echter Cineast auf jeden Fall einmal gesehen haben muss. :-D

Veröffentlicht in Filme | Kommentar schreiben »

Deutschland 09 – Die Unvollendete

Geschrieben von tabalugarasa - November 26, 2009

Wenn sich 13 deutsche Top-Regisseure (u.a. Tom Tykwer, Hans Weingartner und Dani Levy) zusammensetzen, um einen Film über Deutschland zu drehen, kann man wahrlich auf das Ergebnis gespannt sein. Und tatsächlich kann es sich sehen lassen. „Deutschland 09“ besteht aus 13 Kurzfilmen „zur Lage der Nation“.

Und sie alle werfen ein mehr oder weniger kritisches Licht auf die Bundesrepublik und erhellen die düsteren Flecken, die man lieber übersieht. Anders als viele vergleichbaren Filme wärmt „Deutschland 09“ jedoch nicht die nationale Vergangenheit wieder auf. Nicht schon wieder Nationalsozialismus, nicht schon wieder DDR, nicht noch ein Film über den Mauerfall. Hier wird zur Abwechslung mal über aktuelle Probleme in der Gesellschaft berichtet, die im Gegensatz zum dritten Reich noch nicht so oft verfilmt und diskutiert wurden.

Kinderarmut, untergegangener Feminismus, Folgen der Globalisierung, Überwachungsstaat und Terrorismus sind unter anderem Themen, die angesprochen werden. Doch so grau und trostlos es sich anhört; es gibt auch Lichtblicke für die Zukunft. Isabelle Stever beispielsweise berichtet von einer Grundschulklasse, die in einer „demokratischen Gesprächsrunde zu festgelegten Zeiten“ die Probleme der Klasse gemeinsam löst.

Zwischen den Kurzfilmen, die den Zuschauer zum Teil sehr nachdenklich oder traurig stimmen, gibt es jedoch keine Zeit, um den Inhalt auf sich wirken zu lassen. Gerade noch sieht man einen kleinen Jungen im Bundestag vor Angela Merkel sitzen, schon wird man mit der sozialen Marktwirtschaft als Patient in einem Krankenhaus konfrontiert. Man hat kaum mehr als ein paar Sekunden Zeit um sich zwischen den einzelnen Filmen zu erholen. Und nach über 2 Stunden, wenn der Abspann beginnt, hat man einige Filme schon wieder fast vergessen. Aber vielleicht war dies auch der gewünschte Effekt der Produzenten Verena Rahmig und Dirk Wilutzky: Dass alle Filme in der Erinnerung verschmelzen und sich im Kopf ein einziges Bild von Deutschland bildet.

Der Kurzfilm von Nicolette Krebitz, „Die Unvollendete“ bringt zwei für die Frauenbefreiung in den 1960er Jahren wichtigen Persönlichkeiten zusammen: Ulrike Meinhof und Susan Sontag. Dazwischen steht die 16 jährige Regisseurin und Autorin Helene Hegemann. Sie selbst kommt mit ihrem Leben, der Welt und ihrer Rolle darin nicht zurecht und hat sich deswegen die Hilfe von zwei ihrer Vorbilder genommen. In einer Wohnung in Berlin trifft sie Vorkehrungen, zum Beispiel alle Türen zu öffnen und eine bestimmte Musikplatte aufzulegen, um das Treffen zu arrangieren. Und tatsächlich gelingt es ihr, in das Jahr 1969 zu reisen und Ulrike Meinhof (gespielt von Sandra Hüller) und Susan Sontag (Jasmin Tabatabai) in der Wohnung erscheinen zu lassen.

Wenn drei so starke Frauen aufeinandertreffen, ist es kein Wunder, dass es viel zu bereden gibt. Nach einiger Zeit schlägt Helene ihren Idolen etwas vor: Beide sollen miteinander ihr Leben tauschen und jeweils als die andere in New York beziehungsweise in Berlin weiterleben. So würde alles ein besseres Ende nehmen, meint die junge Frau. Doch Meinhof und Sontag sind für diesen Vorschlag nicht zu begeistern. Beide haben kleine Kinder, die sie nicht im Stich lassen wollen. Meinhof antwortet darauf: “Wie kann ich einen wichtigen Job machen, einen klaren Kopf behalten und gleichzeitig Mutter sein? Kann sich eine Mutter eine Zeit lang komplett aus der Familie ausklinken, um zum Beispiel im Beruf irgendein Problem zu lösen, ohne selbst eine Ehefrau zu haben, die sich um die Kinder kümmert?“

Schließlich entfernen sich die beiden immer mehr von Helene, bis sie letztendlich ganz verschwinden. Helene bleibt allein zurück und merkt, dass ihr die Vergangenheit zwar helfen kann, sie ihre Entscheidungen in der Gegenwart jedoch allein treffen muss.

Alles, was Ulrike Meinhof und Susan Sontag im Film sagen, sind reale Zitate der beiden Frauen. Helene Hegemann hat ihren Text selbst verfasst. Mit Sicherheit ist dies einer der Gründe dafür, dass der Film so authentisch wirkt. Wenn man den Namen Ulrike Meinhof hört, denkt man zumeist nur an die RAF-Terroristin, die sich in ihrer Zelle umgebracht hat und nicht direkt an die Gesellschaftskritikerin und Vertreterin der Frauenbewegung. Susan Sonntag (geb. 1933) war eine bedeutende amerikanische Schriftstellerin und Regisseurin, die heute als Ikone gilt. Als scharfe Kritikerin der Bush-Regierung und mit Aufsätzen über Kultur, Kunst und Politik wurde sie weltberühmt.

Doch während Ulrike Meinhof früh starb, entwickelte sich Susan Sontag weiter und damit auch ihre Interessen, Meinungen und Aussagen. Die Regisseurin, Nicolette Krebitz, sagte dazu in einem Interview: „Diese Gegensätze beschreiben ganz gut den Konflikt, den man als junger Mensch in sich trägt, wenn man auf der einen Seite denkt, dass man unbedingt etwas an den Verhältnissen ändern muss, zur Not auch gegen das Gesetz, weil man sich im Recht fühlt und auf der anderen Seite aber auch einfach glücklich sein will und seine persönlichen Interessen entdeckt.“

Doch die „Unvollendete“ ist nicht nur der innere Konflikt Jugendlicher, sondern steht auch für eine unvollendete Befreiung der Frauen. Meinhofs Aussagen über Frauen, Familien und Arbeit sind immer noch aktuell. Immer noch haben Männer es leichter, einen Job auszuüben, wenn die Frau sich daheim um die Kinder kümmert und immer noch gibt es ungleiche Gehälter zwischen Männern und Frauen für die selbe Arbeit. Doch im Gegensatz zu den 1960er Jahren gehen die Frauen nicht mehr auf die Straße, um für ihre Rechte zu kämpfen. Zumindest nicht in diesem Stil. Heutzutage fehlen eben Persönlichkeiten wie Ulrike Meinhof, Susan Sontag oder Alice Schwarzer. Doch in Deutschland darf frau immerhin noch hoffen; schließlich haben wir eine Bundeskanzlerin.

Wenn ich persönlich die Chance hätte, mich mit Ulrike Meinhof und Susan Sontag zu treffen, würde ich sie mir nicht entgehen lassen. Allein aus diesem Grund hat die „Unvollendete“ bei mir einen bleibenden Eindruck hinterlassen. Die unvollendete Frauenbewegung, der Wunsch Jugendlicher, sich in die Politik einzumischen und das Bedenken und die Diskussion der Vergangenheit; all diese Themen machen den Film zu einem Diskursfilm, wie die Regisseurin ihn nennt. Man (bzw. frau) soll darüber nachdenken und sich fragen, wie man persönlich zu Politik im Privatleben steht. Und zumindest bei mir hat Nicolette Krebitz dieses Ziel erreicht.

Lisa Stroetmann

Hier ist die Website von “Deutschland 09″

Und hier der Trailer bei youtube


Veröffentlicht in ernsthafte Artikel, Filme | Getaggt mit: , , , , , , | Kommentar schreiben »

Kill Bill Volume 3 einhalb.2

Geschrieben von tabalugarasa - Oktober 13, 2009

Yiey, ich habs geschafft! Ich bin fertig! Hat zwar lange gedauert und war echt nicht leicht, aber ES HAT SICH GELOHNT! Unser erster Film ist im Kasten. Beziehungsweise auf CD. :-D

Hab das ganze Wochenende daran rumgeschnippelt und mit Musik unterlegt und alles, aber jetzt kann es sich fast sehen lassen. Ich konnte zwar trotz schneiden nicht die genialen Leistungen unserer Schauspieler kaschieren ;-) aber wie gesagt, es ist gar nicht so übel geworden. Wenn ich mal Zeit hab und wenn die andern es zulassen, lad ich das Video bei youtube hoch und dann auch hier. Ansonsten sind hier schon mal ein paar Bilder des Drehs:

Veröffentlicht in Filme, Schule | Getaggt mit: , | Kommentar schreiben »

Kill Bill Volume 3 einhalb

Geschrieben von tabalugarasa - September 20, 2009

Gestern war ich in der Schule. (ja, an einem Samstag und nein, ich musste nicht nachsitzen.) Wir hatten nämlich Unterricht, zumindest mehr oder weniger.. Für mein neues Lieblingsfach “Von Filmgeschichte bis hin zum eigenen Film” drehten wir unseren ersten eigenen Amateurfilm. Und zwar ohne Schnitt, ohne Bearbeitung am Computer, ohne alles.

Und wir hatten uns den mit Abstand coolsten Film ausgesucht, den man überhaupt nur schweden (=nachspielen) kann: Kill Bill!! :-D Das bedeutete viel Ketchup, niveauvolle Konversationen, Augenklappen, Samuraischwerter, Tina in einem Fetisch-Kill-Bill-Overall und blutverschmierte, fliegende Perücken! ;-) Es war klasse. Vor allem, weil unsere Kamera nach einer halben Stunde den Geist aufgab und wir mit der neuen nicht klarkamen. Juhu. Aber auch sonst hatten wir ziemlich viel Spaß. Um die Mittagszeit hatten wir ca. die Hälfte im Kasten und dann bestellten wir mit den anderen Film-Gruppen jede Menge Pizza, die nicht aufgegessen wurde. :-D Danach verbrachten wir noch ziemlich viel Zeit damit, unser Kunstblut  (d.h. Ketchup & rote Fingerfarbe) von der Treppe in der Eingangshalle zu wischen (ich würd echt gern dabei sein, wenn die kleinen Fünfer morgen die roten Spritzer entdecken und sich zusammenfantasieren, was da wohl passiert ist ;-) )

Das Ende unseres Films war dann die reinste Katastrophe: Kiddo und Bill konnten ihren Text nicht, weswegen wir immer wieder mitten im Satz Pause machen mussten, und schließlich starb Bill ganz unspektakulär.

Im Nachhinein hätte ich ganz gern am Anfang ein Schil  hochhalten lassen auf dem “inklusive Deleted Scenes” steht. Denn die sind dabei. Und zwar nicht im Abspann versteckt, sondern einfach mittendrin. (z.B. meinte Laura, als sie “Kiddo” einen bösen Blick zu werfen sollte, sie müssten es mit einem “Miiiiie!”-Geräusch unterlegen :-D und unser Lachen ist natürlich auch noch dabei)
Aber egal, ich fands trotzdem fantatastisch ;-) .

Veröffentlicht in Filme, Schule | Getaggt mit: , , , , , | 2 Kommentare »

Inglourious Basterds – „inglourious“ trifft’s ganz gut..

Geschrieben von tabalugarasa - September 7, 2009

inglourious engl, adj.: unrühmlich
Und „unrühmlich“ ist noch eine verdammt nette Beschreibung für diesen Film. Eigentlich bin ich da zunächst mal nur reingegangen, weil er von Quentin Tarantino ist :-D , aber scheinbar kann man selbst das noch nicht mal als eine Voraussetzung für einen guten Film betrachten.
Bis zur Mitte dachte ich noch „Hmm..ok.. eklig, aber noch ganz witzig“ und nach 2/3 des Films war davon nur noch „.. eklig“ übrig und es gesellten sich ein paar andere Adjektive (wie z.B. furchtbar, unnötig, dumm, widerwärtig, etc.) dazu.
Skeptisch war ich von Anfang über die merkwürdige Besetzung: Brad Pitt, Till Schweiger und dieser merkwürdige unlustige Kerl von Zack!-Comedy.. (Sehr mysteriös. Ich frag mich, wieviel der wohl bezahlt hat, um seine großen 10 Minuten in nem Kinofilm zu haben..)

Ja, die hier sterben auch alle!

Aber als dann nach und nach ALLE, wirklich ALLE halbwegs guten Leute abgeknallt wurden, wars mir endgültig zu blöd. Und der größte Arsch (abgesehen von Hitler) überlebt natürlich. Super. Und dann noch diese schmackhafte Schlussszene, während der ich in meinem Kinosessel versunken bin, die Augen zugekniffen und die Ohren zugehalten, in der man genau sah und hörte, wie Brad Pitt eben jenem Arsch ein Hakenkreuz in die Stirn ritzt.
Bei diesem Mist weint man den ganzen guten alten Filmen von Quentin Tarantino hinterher :-(

Im Vergleich zum Beispiel zu Pulp Fiction, der so unrealistisch ist, dass ein bisschen Blut keinen Mensch stört, ist es in diesemFilm einfach zu realitätsgetreu, wenn einem Nazi mit einemBaseballschläger der Kopf abgeschlagen wird..
Ein paar wenige Pluspunkte erhielt der Film dennoch von mir: einmal für die ausgesprochen gute und laute Filmmusik; und einmal für die tollen kurzen eingeblendeten Szenen und Schriftzüge, wenn etwas erklärt oder jemand vorgestellt wurde. :-D

Egal, diese beiden können die negativen Punkte des Films nicht im geringsten aufwiegen. Von daher kann ich diesen netten Film wirklich nicht weiterempfehlen, auch nicht/schon gar nicht an Tarantino Fans.

PS: Bei diesen Filmen ist es kein Wunder, dass Amys so ne schlechte Meinung über Deutsche haben..

PPS: Außerdem hat dieser Film meine Theorie bestätigt, dass vielleicht 20 deutsche Synchronsprecher gibt, die wirklich alles machen, von TKKG bis NCIS. (hat man daran gemerkt, dass ein Mann von ca. 65 Jahren die deutsche Stimme eines 25 jährigen hatte…tsts..)

Veröffentlicht in Filme | Getaggt mit: , , | Kommentar schreiben »

 
Follow

Bekomme jeden neuen Artikel in deinen Posteingang.